Meine Reisen zu Geschichte, Kultur und Spiritualität Orientierungen.at
Meine Reisen zu Geschichte, Kultur und Spiritualität     Orientierungen.at                                                                                  

                        Varkala:                             Urlaub im Süden von Indien Aussteigergefühle all inklusive

Varkala: Klippen an der Papanasam Beach

Varkala - Hippivergangenheit und lukrativer Tourismus

 

Während Kovalam seine Hippievergangenheit längst hinter sich gelassen hat, und auch Touristen von der arabischen Halbinsel anlockt, beginnt sich das Örtchen Varkala immer mehr für den Tourismus zu öffnen.

 

Ob der Begriff des „Öffnens“ als Vorteil angesehen werden soll oder nicht, bleibt dahingestellt. Ein kurzer Ausflug in Worten zu dem Ort, dessen spirituelle Schönheit in letzter Zeit ins Wanken geraten ist.

 

An der Malabarküste liegend, schmiegt sich Varkalas Papanasam Beach mit seinem Sandstrand zwischen Klippen und Arabischem Meer. Es sind vorwiegend Rucksacktouristen die hier nach alternativen Urlaubsgefühlen suchen. Oder zumindest glauben viele solche hier vorzufinden. Denn in der Zwischenzeit beginnt sich der Tourismus rasant auszubreiten und es liegt der Verdacht nahe, dass den Rucksacktouristen, Pauschalangebote folgen werden.

 

Für viele der Reisenden ein kleines Goa an der Küste von Kerala, für die Bevölkerung eine Möglichkeit mehr zu verdienen als das unbedingt Notwendige um zu überleben.

 

Mit der aufgehenden Sonne Abfahrt von Kovalam

 

Kovalam, ungefähr sechzig Kilometer entfernt, eignet sich ideal als Ausgangspunkt eines Tagesausfluges nach Varkala. Morgens früh raus und gemeinsam mit dem Sonnenaufgang abfahren. Mit dem öffent-lichen Bus über Thiruvananthapuram, einem gemieteten Taxi oder mit der Rikscha, erwartet einem eine interessante und kurzweilige Reise.

 

Es geht durch Ortschaften wo nicht viele Ausländer stehen bleiben. Bei einem  der vielen Tea Stalls Rast einlegen, um einen dieser gut gezuckerten Cays zu trinken. Ein bisschen Small Talk und eine Einladung des Fahrers zu gemeinsamen Tee und Vada.  

 

Ist üblich, gehört sich und eine Gelegenheit über das Leben der Menschen in diesen Dörfern zu erfahren.

Von den Klippen Varkalas

Varkala: Sandstrand, Klippen, Entspannung

 

In Varkala eingetroffen, empfiehlt es sich bis zum großen Parkplatz am Anfang der Klippenpromenade bringen zu lassen.

 

Die Sonne beginnt langsam ihre Kraft über das Land zu legen und es ist an der Zeit in einem der vielen Restaurants ein Frühstück einzunehmen. Seinen Blick über die Küste streifen lassen und am Horizont dem einen oder anderen Frachtschiff entspannt folgen.

 

Gleich einer Perlenkette, reihen sich Restaurants und Geschäfte aneinander. Ein Bummel durch Geschäfte, unterbrochen von kulinarischen Genüssen der sympathisch gestalteten Restaurants. Über Stufen ist der bereits erwähnte Papanasam Strand zu erreichen. 

 

Wenn es einer ruhiger haben möchte, sind die kleineren, versteckten Strände der Gegend zu empfehlen. Erreichbar durch konsequentes Weitergehen über die Einkaufsmeile hinaus.

Varkala: Fischer holen die Netze ein

Vorbei an am Ufer liegenden Fischerbooten wo Fischer ihren Fang an Land bringen und die Netze bereiten.

 

Mit dem Ausbreiten von Unterkünften und der Begierde Reisender nach „verlassenen“ Stränden, kommt man immer seltener in den Genuss dieses Schauspiels.

 

Vorbei an der Jama Masjid, in der Farbe Grüne, der Farbe des Propheten Muhammad, geziert ist. Märchenhaft lugt sie hinter Palmen hervor und gibt erholsamen Schatten für die Zeiten des Gebets.

 

Hier hat sich die Ansammlung an Touristen bereits gelichtet, manch Plätzchen unter Palmen lädt zum weiteren Verweilen ein. Das Meer betrachten, Schwimmen gehen und ein kühler Drink aus einem der hier verstreuten Strandrestaurants.

 

Denke nicht an die Rückfahrt Reisender, denke an das hier und jetzt.

Varkala: Ein Hundeleben in der Hitze
Hindutempel in Varkala

Die Spiritualität Varkalas

 

Die Bedeutung Varkalas geht aber weit über die Wahrnehmung als auf-steigender Touristenort hinaus.

 

Der Janardhana Swami Tempel ist Ziel unzähliger Pilger die hier ihre spirituelle Aufwartung machen. Vishnu, neben Brahma und Siva Teil der Hindutrinität, ist dieser Tempel geweiht. Der Gott Vishnu ist bekannt für seine vielen Inkarnationen zu denen Krishna und Buddha gehört. Die Anhänger dieses mächtigen Gottes nennt man Vaisnavas bezeichnet und durch zwei zum Haaransatz verlaufende Striche auf ihrer Stirn erkennbar.

 

Ob in der Stille des Nachmittags oder im Dunkel der Nacht, ein Besuch dieses Ortes lässt eigentlich vergessen, dass Varkala oft nur als Badeort abgetan wird. Sieht man Umzüge tiefer Spiritualität im Licht unzähliger Kerzen und Feuerstätten, so bleibt einem mehr in Erinnerung als das Sonnenbad an der Papanasam Beach.

 

In der Nähe des Tempelteiches befindet sich übrigens auch die Busstation um nach Thiruvananthapuram zu gelangen.

Auf dem Weg von Varkala nach Kovalam

Die Moschee nach der mit Münzen geworfen wird

 

Wenn sich die Sonne gegen Westen legt, ist es Zeit den Rückweg anzutreten. Wieder lädt einer der vielen Tea Stalls am Straßenrand zum Verweilen ein und ein kurzer Halt an jener Moschee dessen Name mir nicht mehr in Erinnerung ist. Pinkfarben, im Hintergrund die untergehende Sonne hat sie mit einer Besonderheit aufzuwarten.

 

Aus vorbeifahrenden Fahrzeugen werden Münzen in Richtung der Moschee geworfen, um dann mittels Magnetstangen aufgehoben zu werden. Die vorbeirasenden Fahrzeuge und das Klimpern der Geldstücke, die zwischen dem Verkehr herumlaufenden Männern mit ihren Stangen, das alles ist eine kleine Attraktion für sich.

 

Es war ein schöner Tag, der sich nun langsam aber sicher, in der sich über das Land legenden Dunkelheit, zu Ende neigt.


E-Mail