Südostasien, Indien, Wien und Überlegungen über die es zu schreiben lohnt
Südostasien, Indien, Wien und Überlegungen                                              über die es zu schreiben lohnt            

               Schwarzenbergplatz:              Wiener Ringstraße zum Rennweg

Fürst Schwarzenberg

Wien: Eine Stadt wächst ins nächste Jahrhundert

 

Als Mitte des 19. Jahrhunderts Wien über sich selbst hinauszuwachsen begann und die Stadtmauern ihren Zweck verloren hatten, wurden diese dem Erdboden gleichgemacht.

 

Ihr Abriss zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, führte in eine Zeit wo die Donaumetropole sowohl geistig als auch architektonisch expandierte.

 

Der neugeschaffene Raum (vor allem  durch das den Mauern vorgelagerte Glacis*) lud die Stadt und das zu großem Wohlstand gekommene Bürgertum förmlich dazu ein sich Denkmäler zu setzen. Es folgte die Errichtung zahlreicher Palais, Parkanlagen und Verwaltungsgebäuden in der Metropole der Monarchie.

*Das „Glacis“ :

Als Glacis wurde die freie Fläche vor einer Stadtmauern verstanden, um auf feindlich gesinnte Heere eine freie Schussfläche zu haben. Im Laufe der Zeit entwickelte sich auf diesem weiten Raum reges Wirtschafts- und Alltagsleben. 

Schwarzenbergplatz: Haus der Industrie

Von der Ringstraße bis zum Rennweg

 

Vom Schwarzenbergplatz geht es über den sogenannten Rennweg bis zum Wiener Zentralfriedhof. Aus der damaligen Zeit gesehen in den südöstlichen Teil der Donaumonarchie. Gleich hinter dem Rennweg, dort wo nach Clemens Fürst von Metternich, Staatskanzler zur Zeit des Wiener Kongresses, der Balkan beginnt.

Schwarzenbergplatz: Im Hintergrund das Heldendenkmal der Roten Armee

Fürst Schwarzenberg und der Platz dazu

 

Auf dem Areal des späteren Schwarzenbergplatzes wurde ein Denkmal für Karl Phillip Fürst zu Schwarzenberg errichtet. Der Kaiser und das Reich wollten dem siegreichen Feldherrn der Völkerschlacht von Leipzig ein Zeichen des Ruhms und Respekts setzen. Die Völkerschlacht von Leipzig (1813) brachte durch eine Koalition der Gegner Napoleons dem kleinen Korsen eine schmerzliche Niederlage bei. 

Eduard Suess - Denkmal am Schwarzenbergplatz

Hochstrahlbrunnen am Wiener Schwarzenbergplatz

 

Zu Pferde thronte nun der Fürst am Platz welcher allerdings noch nicht seinen Namen zu dieser Zeit trug. Erst 1880 ist der Bereich mit dem Denkmal in „Schwarzenbergplatz“ umbenannt worden. Ein paar Jahre nach der Errichtung des am südlichen Ende befindlichen Hochstrahlbrunnens.

 

Dieser wurde im Zuge der Errichtung der Ersten Wiener Hochquellwasserleitung  1873 seiner Bestimmung übergeben und ziert noch heute diesen Verkehrsknotenpunkt Wiens.

 

Zwischen Belvedere, Palais Schwarzenberg (welches auf den ersten Blick nicht gleich zu finden ist) und der französischen Botschaft, eines der viele Palais am Platze, kann dieser abends sogar mit Beleuchtung bestaunt werden.

 

In der Parkanlage am Hochstrahlbrunnen wird auch dem Geologen Eduard Suess gedacht. Etwas unscheinbar und von vielen unbeachtet, war Suess maßgeblich am Bau der Ersten Wiener Hochquellwasserleitung beteiligt. 

Heldendenkmal der Roten Armee

Heldendenkmal für die Soldaten der Roten Armee

 

Dort wo die Büste von Suess steht und der Hochstrahlbrunnen seine Wasserspiele vollführt, dort ist der Platz des  „Heldendenkmals für die Soldaten der Roten Armee“.

 

Ein Gedächtnis für jene 18.000 Soldaten der Sowjetarmee die während der Befreiung Wiens vom braunen Terror ihr Leben gelassen haben. Über eine Woche dauerten die Kämpfe, nachdem die Rote Armee die Stadtgrenze am 6. April 1945 erreicht hatte.

 

Der Architekt Jakowlew und der Bildhauer Intesarjan, beide Rotarmisten, zeichneten für dieses nicht unästhetische Bauwerk, das am

19. 8. 1945 enthüllt wurde.

 

Ein zwölf Meter hoher Rotarmist mit Schild, Fahne und Kalaschnikow, in Richtung Stadtmitte blickend. Halb umgeben von einem Säulengang  an dessen Enden kämpfende Rotarmisten zu sehen sind.   

Schwarzenberg: Haus der Wiener Kaufmannschaft

Die Palais am Schwarzenbergplatz

 

Es lohnt, ebenso wie an der Ringstraße, sich die hier errichteten Palais genauer anzusehen. Die Augen nach oben zu richten. Über Schönheit und Ästhetik ins Staunen zu geraten.

 

Das Haus der Industrie befindet sich zwischen Lothringerstraße und Heumarkt, wo die Industriellenvereinigung ihren Sitz hat und in den Jahren 1945 bis 1955 die Alliierte Kommission tagte.

 

Das Palais Pollak-Parnau, deren jüdische Besitzer vor den Nazischergen flüchten mussten, wurde im Zuge der Bombenangriffe während des Krieges schwer beschädigt.

 

Zu Beginn der Zweiten Republik wurde dann durch Steyr Daimler Puch ein Bürogebäude errichtet das ebenso schon abgetragen wurde und von einem Glasbau (wie kann es wohl anderes sein in dieser einfallslosen Zeit) ersetzt wurde.

 

Hinter dem „Heldendenkmal“ etwas versteckt, das Palais Schwarzenberg. Steht der Besucher vor dem Hochstrahlbrunnen findet sich zur linken Seite die Botschaft Frankreichs

Botschaft der Republik Frankreich

Nicht gefeit vor Bauverbrechen

 

Gegenüber vom Haus der Industrie, jenes der Wiener Kaufmannschaft, erbaut im neobarocken Stil. Nicht zu vergessen am Kärntner Ring das Palais Wertheim, im Auftrag gegeben vom gleichnamigen Großindustriellen Franz von Wertheim.

 

Wahrscheinlich ist es so, dass den meisten Wienern das Palais Wertheim mehr durch die Tatsache bekannt ist, dass hier die erste österreichische Mc Donald’s Filiale ihre Pforten eröffnet hat.

 

Ein weiteres amerikanisches Restaurant im gegenüberliegenden, von Heinrich Ferstel errichteten, Palais Erzherzog Ludwig Viktor versetzt dem Zugang zum historischen Schwarzenbergplatz zwei gehörige kulturblaue Augen. 

Schwarzenbergplatz: Alte Ansicht

Die im Jahre 2004 abgeschlossene Umgestaltung des Schwarzenberg-platzes, wo mittels Bodenbeleuchtung und Lichtmasten ein anregendes Ambiente erzeugt werden sollte, war und ist nicht ganz unumstritten. 

Der Schwarzenbergplatz vor einem Gewitter

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