Südostasien, Indien, Wien und Überlegungen über die es zu schreiben lohnt
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     Schönbrunner Palmenhaus       Kleiner Dschungel im Glashaus

Betritt man Schönbrunn durch das Eingangstor in Hietzing, begegnet dem Besucher auf der rechten Seite das Palmenhaus. Schon als Kind ist es für mich immer wieder Anziehungspunkt gewesen. Wegen seinem Erscheinungsbild, wegen der innerhalb des Gebäudes sich wechselnden Klimazonen. Vor allem zur Winterzeit. Draußen war es kalt und innen konnte man die Wärme genießen, sich wie im Dschungel fühlen. Tarzan hatte man ja als junger Bub genug gesehen.

Wien - Schönbrunn: Das Palmenhaus

Über Jahrzehnte hinweg, hatte dieses Haus Renovierungen und Schließungen erlebt. Seit der letzten Generalsanierung erstrahlt es wieder in jenem Glanz welcher ihm auch gebührt. Etwas unbekannt unter den vielen Schönheiten welche Wien zu bieten hat, doch mit Sicherheit einen Besuch wert.

Palmenhaus

Alter und neuer Glanz

 

Unter der Regentschaft von Kaiser Franz Josef I wurde das Palmenhaus nach den Plänen von Franz Xaver Segenschmid 1881/82 errichtet. Mit einer Länge von 113 Meter und einer Teilung in drei Pavillons, der Mittlere mit einer Höhe von 28 Meter. Jeder Abschnitt steht für eine Klimazone. Der mittlere Pavillon welcher sich als Haupthaus präsentiert, ist jener mit einer temperierten Zone, südlich davon das Tropenhaus, das sogenannte Kalthaus auf der Seite gen Norden. Pflanzen aus allen Erdteilen, entsprechend ihren Bedürfnissen untergebracht, sind ausgestellt und können bei einem gemütlichen Spaziergang, Sitzgelegenheiten und Vogelgezwitscher aus der Dose laden ein, erkundet werden. Die Temperatur in dieser Eisenkonstruktion mit über 40.000 Glastafeln, wird mittels Dampfwasserheizung im Gleichgewicht gehalten. Der große Raum mit Licht durchflutet, an den Glastafeln die Wasserdampftropfen. Ein durchsichtig erscheinender Regenwurm wie es scheint, zwischen Schönbrunner Zoo und Hietzinger Tor.

Palmenhaus: Sitzen und Staunen

Eine Sehenswürdigkeit welche oft vergessen, unter all diesen anderen Schönheiten in Schönbrunn. Eingebettet während der warmen Jahreszeit zwischen Blumenbeeten und im Winter an manchen Tagen umgeben von Schnee. Doch es ist egal zu welcher Jahreszeit man dem Palmenhaus einen Besuch abstattet. Das Ambiente und die äußere Erscheinung passen immer. Es scheint eine Kunst vergangener Architektur zu sein (gibt es Architektur noch oder wurde diese durch pure Ingenieurskunst abgelöst?) solche Kompositionen zu schaffen.

Palmenhaus: Blick hinauf

Das Palmenhaus ist das letzte seiner Art in Europa und erlebte, wie schon eingangs erwähnt,  ein Wellental seines Seins. Nach einem Bombentreffer in den letzten Kriegsmonaten des Zweiten Weltkriegs wurde es dann 1953 wieder eröffnet. Von 1976 bis 1986 kam es zu einer Sperre um es nach einer Sanierung 1990 wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die letzte Renovierung, im Jahre 2014 abgeschlossen, brachte alten Glanz zurück. Im Palmenhaus wurden 600 Tonnen Schmiedeeisen und 120 Tonnen Gusseisen verarbeitet. Gigantisch, trotzdem erscheint dieses Gebäude ästhetisch eingelegt in das Ensemble des Schönbrunner Schlossparks.

Mittlerer Pavillion

Das Wüstenhaus

 

Schräg gegenüber, im ehemaligen Sonnenuhrhaus, befindet sich das  „Wüstenhaus“. Die ganze Sache hört sich allerdings aufregender an als sie dann auch ist. Fauna und Flora von Trockenlebensräumen wurden hier nachgestellt.  Kakteen, europäische Ziesel, Klapperschlangen und sonstiges Kleingetier kann bestaunt werden. Für mich eine kleine Enttäuschung aber ein Besuch ist wert.

Klapperschlange im Wüstenhaus

Der Schönbrunner Schlosspark, ein barockes Juwel, errichtet auf dem ehemaligen Jagdgebiet von Kaiser Maximilian II, befindet sich in der Liste der UNESCO Weltkulturerbe.

Leider nicht begehbar!

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