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Vientiane - Mekong, Wat und Baguettes

Kleine Metropole am großen Fluss

Sicher, man kann die Überschaubarkeit von Vientiane nutzen um die Stadt im Schnelldurchgang zu besichtigen. Einfach als Umstieg für die Weiterreise nach Vang Vieng oder Luang Prabang. Oder man gehört zu der Spezies, für die Faktoren wie Zeit und Entdecken wesentlicher Bestandteil ihrer Reisen sind.

 

Nicht weit vom thailändischen Nong Khai entfernt und am Mekong liegend, die kleine laotische Metropole Vientiane. Eine kleine Liebe von mir, von der es schwer ist loszukommen. Zwischen Espresso, belegten Baguettes und der Vielzahl buddhistischer Tempel, lässt es sich hier entspannt einige Tage aushalten. Es hat gar den Anschein, als ob es sich diese kleine Stadt zwischen dem Mythos des großen Flusses und einer aufregenden Vergangenheit gemütlich eingerichtet hat.

 

Vom Königreich Lan Xang, etwa das heutige Laos umfassend, bis zur Machtübernahme durch die Pathet Lao im Jahre 1975 dauerte es Jahrhunderte. Nicht so lange dauert es dieses wunderschöne Land zu durchfahren. Aber bleiben wir in der Hauptstadt der laotischen Volksrepublik. Bleiben wir in Vientiane und schauen wir uns etwas um.

 

Das hier herrschende Einparteiensystem fällt in der Öffentlichkeit so gut wie nicht auf. Einzig die Neureichen, die goldenen Kinder der Bonzen aus Politik und Wirtschaft mit ihren provokant teuer aussehenden Autos, sind zu sehen. Immer mehr internationale Konzerne drängen ins Land um ein Stück aus dem Kuchen der Öffnung und Modernisierung zu schneiden.

 

Vielleicht sollte Laos ein bisschen auf der Hut sein um nicht unter die Räder eines schrankenlosen Tourismus zu kommen.

Wat That Luang: Glanz und Zerstörung

 

Wat That Luang, Wahrzeichen von Laos und seiner Hauptstadt, ist wohl die berühmteste Sehenswürdigkeit Vientianes.

 

Etwas vom Stadtzentrum entfernt, lässt es sich gut per Tuk Tuk erreichen. Aber auch zu Fuß ist es eine Empfehlung wert. Abseits blicken und vom Weg abschweifen, die Stadt und ihre Bewohner kennen lernen und dabei immer das goldene Schimmern von Wat That Luang im Blick haben.

 

Ist man dort angelangt, scheint einem der Wat kleiner als vielleicht beim Herannahen gedacht wurde. Aber mit seiner Höhe von ungefähr 45 Meter und einer Breite von 49 Meter noch immer eine Erscheinung.

 

Dreißig kleinere Pagoden, scharen sich um den Stupa wo eine Reliquie des Buddha verwahrt wird. Zu Zeiten der Ruhe, am besten während der Mittagshitze, lässt es sich angenehme Runden drehen und über das Schicksal von Wat That Luang die Gedanken spielen lassen.

König Setthathirath verlegte im Jahre 1560 die Hauptstadt von Luang Prabang nach Vientiane und gab sechs Jahre später den Auftrag zur Errichtung des Wat That Luang. Es wird angenommen, dass der Stupa über den Resten eines Hindutempels erbaut worden ist. Das Schicksal dieses Wat ist auch immer wieder mit den Kriegen der Region in Verbindung gestanden.

 

Im Jahre 1574 wurde er von burmesischen Eroberern zerstört, in den Jahren 1779 und 1828 von den Armeen Siams. Immer wieder aufgebaut, ist er Wahrzeichen und ritueller Mittelpunkt des Reiches und Vientianes geblieben. Wenn man so will, auch ein Wahrzeichen der Widerstandsfähigkeit eines kleinen Volkes in den blutigen Wirrnissen der Geschichte.

 

Somdej Chao Phraya Maha Krasatsuek, der spätere Rama I und Begründer der thailändischen Chakri Dynastie, erhielt im Jahre 1779 den Auftrag die Stadt zu erobern. Um den smaragdgrünen Buddha nach Bangkok bringen, wo er noch heute im Wat Phrae Kaeo zu bestaunen ist.

 

Anouvong, der letzte König von Lan Xang, begehrte noch einmal gegen das Reich von Siam auf. Doch ohne Erfolg, Vientiane wurde dem Erdboden gleich gemacht und als Zeichen seiner Macht und Herrlichkeit ließ Rama III nur Wat Sisaket unbeschädigt. Als Zeichen, dass er allein über Vernichtung und Bestehen entscheidet.

Wat Sisaket und Ho Phra Kaeo...

 

Wat Sisaket mit seinem eleganten fünfteiligen Dach und den tausenden von kleinen Buddha Figuren in Nischen an der dem Wat umgebenen Mauer. Nicht weit entfernt, eigentlich kurz über die Straße gegangen, stehen wir dann vor Ho Phra Kaeo. Ein wunderschön angelegter Tempel welcher ein Museum beherbergt, wo eine Vielzahl von laotischem Kulturgut zur Schau gestellt wird.

 

Nicht zu vergessen, die Bronzestatuen des Buddha im Stil der Lan Xang Periode. Ursprünglich in Chiang Mai, war der smaragdgrüne Buddha hier untergebracht, ehe er von der Armee Siams nach Bangkok verschleppt wurde. Ho Phra Kaeo wurde nach seinem Wiederaufbau ein verkleinertes Abbild der Ordinierungshalle des Wat Phra Kaeo.

 

… und noch vieles mehr

 

Welche Tempel kann ich sonst noch anraten? Viele sind es an der Zahl welche schön eingebettet sind in dem flachbebauten und in letzter Zeit kontinuierlich renovierten Stadtgebiet von Vientiane.

 

Wat Ong Theu, Wat In Peng oder auch Wat Si Muang. An der Gabelung von Samsenthai Road und Setthathirath Road, befindet sich Wat Sie Muang und die Statue des Königs Si Savang Vong. Im 14. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung wurde hier der Stadtmittelpunkt festgelegt. Markiert durch eine Säule. Den „City Pillar Shrine“. Während der Zeremonie soll sich ein schwangeres Mädchen in die Grube für die Säule gestürzt haben und durch diese erdrückt worden sein. Heute ist es Pilgerort für viele junge schwangere Frauen, oder für jene die es werden wollen.

 

Auf der anderen Seite der Stadt, also die Setthathirath in die entgegengesetzte Richtung, laden noch Wat Hai Sok oder Wat Mixay zu einem Besuch ein. Und glaube mir lieber Leser, das sind bei Weitem nicht alle Tempel in dieser Stadt. Schließlich sollte noch der Morning Market mit seinem vielfältigen Angebot und Patouxay besucht werden. Eine Art Triumphbogen am Ende der Lane Xang Avenue.


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