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     Kochi im südindischen Kerala:        Für Individualisten u. Gruppenreisen 

Kochi: Südindien pur

Kochi: Eine Empfehlung

 

Unter dem kolonialen Namen Cochin noch immer bekannt, liegt diese Stadt an der Malabarküste des Arabischen Meeres. Von den Portugiesen im 16. Jahrhundert als Handelsplatz und befestigte Anlage gegründet.

 

Heute ist Kochi, so der Name der Stadt in der vorherrschenden Sprache Malayalam, Anlaufpunkt ziemlich jeder Reisegruppe, welche es sich zum Ziel gemacht hat die Schönheiten Keralas zu entdecken.

Santa Cruz Basilica in Kochi

Geschichte und Kolonialismus von Kochi

 

Schon früh schon wurde von hier aus Handel mit den Chinesen getrieben. Portugal als Kolonialmacht der damaligen Zeit, machte sich daran die Schätze und die geographische Lage für seine Zwecke zu nutzen. Der Portugiese Vasco da Gama, Entdecker des Seeweges nach Indien, verschied hier im Jahre 1524 als indischer Vizekönig. Die Gebeine des Seefahrers ruhen allerdings nicht mehr hier, wurden sie doch einige Jahre später in die Heimat überführt.

 

Heute ist der verbliebene Grabstein vor der St. Francis Church einer der vielen Touristenmagnete. Cochin blieb ein Vasall der portugiesischen Kolonialisten bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts.

 

Als die Macht der Portugiesen schwand kamen die Holländer. Die Niederländische Ost-Indien-Kompanie begann Handel zu treiben, wirtschaftliche Einkünfte zu gewinnen und Reichtümer anzuhäufen. Allerdings schienen die Holländer nicht ganz so rücksichtslos vorgegangen zu sein wie die Iberer. Ein Handelsaufschwung war die Folge und die Holländer begannen die Stadt nach ihren Vorstellungen umzugestalten.

 

Ende des 18. Jahrhunderts wechselte die Region zum dritten Mal ihre Kolonialherren. Die Briten gliederten Cochin in den Herrschaftsbereich von Madras ein. Der Englisch-Niederländische Vertrag aus dem Jahre 1814 besiegelte das weitere Schicksal von Cochin. Um den Hafen für die Hochseeschifffahrt anfahrbar zu machen, wurde eine künstliche Insel aufgeschüttet. Heute unter dem Namen Willingdon ein Teil der Stadt.

 

Ein paar Jahre nach der Unabhängigkeit Indiens vom britischen Empire wurde die Region in den 1956 gegründeten 

Bundesstaat Kerala eingegliedert.

Chinesische Fischernetze

Tourismus in Mattancherry - Wirtschaftszentrum Ernakulam

 

Ein Bundesstaat dessen Grenzen nach der regionalen Sprache Malayalam gezogen wurde. Kochi als Einzugsgebiet von circa zwei Millionen Einwohnern ist für den südindischen Staat ein nicht unwesentlicher Wirtschaftsfaktor. Einerseits durch die Einnahmequelle Tourismus auf der Halbinsel Mattancherry und Fort Cochin. Andererseits mit Ernakulam als Geschäfts- und Wirtschaftszentrum.

 

In Ernakulam empfiehlt es sich zumindest die MG-Road zu besuchen und es sich in einem der vielen Restaurants schmecken zu lassen. 

MG-Road heißt nicht mehr als Mahatma Gandhi Road und eine solche ist in so ziemlicher jeder indischen Stadt vorzufinden. Ein Eintauchen in den indischen Alltag ist hier mehr möglich als in Fort Cochin.

Zu empfehlen wenn man Interesse am indischen Alltag hat.

 

Mit der Fähre lässt es sich bequem übersetzen und während des Wartens kann man sich die Chinesischen Fischernetze von Fort Cochin ansehen. Holzkonstruktionen welche von mindestens vier Mann bedient werden müssen und heute noch in Verwendung stehen.

 

Die Chinesischen Fischernetze am Ufer, davor Händler, Gaukler

und eine dem Alltag nachgehende Bevölkerung.

Ein Ansichtskartenmotiv, vom Reisenden in Echtzeit zu erleben.

Im Zug nach Kochi
Indische Zustellung

Die Bevölkerung von Kochi

 

Die Bevölkerungsstruktur in Kochi setzt sich vorwiegend aus Hindus, Christen und Muslimen zusammen. Viele der Christen Keralas führen sich auf den Apostel Thomas zurück.

 

Übernachtet man bei einer der christlichen Familien so kann es sein, dass man Zeuge von innigen Gebeten wird. Schwer zu vergleichen

mit dem Gebetsverhalten in Europa.  

Ein Beispiel wie schön, innig und aufrichtig Religion sein kann.

Antiquitätenläden in Jew Town

Mattancherry und die Judenstadt von Kochi

 

Die jüdische Gemeinde im Stadtteil Mattancherry und deren Geschichte ist wahrlich Vergangenheit. So gut wie ausgestorben befindet sich die Synagoge eingebettet im Trubel touristischen Treibens. Doch ist sie ein Juwel welches sich lohnt zu besuchen.

 

Die Gassen von Jewtown laden ein die Umgebung auf sich wirken zu lassen. Vorausgesetzt der Reisende nimmt sich Zeit und wählt Tage an denen der Andrang von Reisegruppen nicht ganz so groß ist. Kleine Cafes, Händler und zahlreiche Antiquitätenläden die mit allerlei kleinen und großen Schätzen ihr Geschäft machen wollen. Ein Abstecher in zumindest eines dieser Geschäfte ist empfehlenswert um sich ein Bild über die Vielfalt des Angebotenen zu machen.

 

Um sie vor den Anfeindungen durch die Portugiesen zu schützen, übergab der Raja den Juden das Viertel. Schon bald entwickelte sich daraus ein florierendes Zentrum des Gewürzhandels.

 

Ist man in der Synagoge, so fallen die chinesischen Bodenfließen auf. Ein reicher Kaufmann aus Kanton ließ diese einführen. Die Öllampen an der Decke stammen aus dem Belgien des 19. Jahrhunderts und passen wunderbar in das Arrangement des Gebetshauses. Untergebracht sind hier auch vier wertvolle Thora Rollen die in goldenen Behältern aufbewahrt werden.

 

Eine weitere Empfehlung ist der Mattancherry Palace der von den Portugiesen erbaut und im 17. Jahrhundert durch die Holländer erweitert wurde. Sehenswert wegen seiner Wandmalereien und den beiden Schreinen welche Krishna und Shiva gewidmet sind.

St. Francis Cathedral

Fort Cochin

 

Gemeinsam mit Mattancherry eine Halbinsel bildend, befinden sich hier dir oben schon einmal erwähnte St. Francis Church und die Santa Cruz Basilika. Während die letztere im 20. Jahrhundert erbaut wurde, stellt St. Francis Church wahre Geschichte dar. Ursprünglich aus Holz gebaut, ist diese Franziskaner Kirche die älteste von Europäern erbaute Kirche in Indien. Erbaut als katholisches Gotteshaus, später durch die Holländer protestantisch geworden wurde sie schlussendlich eine anglikanische Kirche.

 

Auf dem Areal des Gebäudes befindet sich eine Vielzahl von Grabplatten hier verstorbener Kolonialbeamter. Nicht zu vergessen die hängenden Stoffmatten welche als Ventilation während des Gottesdienstes dienten. Bedient durch die Dienerschaft der Kolonialherren. Bedient von außen, versteht sich.

 

In Kochin gibt es also viel zu sehen und zu bestaunen. Durch die Straßen schlendern und sich abends eine Kathakali Vorstellung an-sehen oder in einem der vielen Restaurants die südindische Küche genießen. Kathakali, ein traditioneller Tanz aus Kerala der als lange Version in den Tempeln oder auch in Kurzformen für dargeboten wird.

 

Diese Stadt gibt also viel für Auge und Seele her. Wenn einer dort länger weilt oder öfters vorbeikommt, kann er so manche stille Ecke kennenlernen die Kerala zu dem macht für was es sich selbst hält: God‘s own Country.


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