Meine Reisen zu Geschichte, Kultur und Spiritualität Orientierungen.at
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                Hue am Parfüm Fluss :                          Weltkulturerbe zwischen               Nord- und Südvietnam

Über den Wolkenpass nach Hue

Von Saigon über den Wolkenpass nach Hue

 

Mit Zeit im Gepäck und dem Bedürfnis etwas abseits des touristischen Trampelpfades zu reisen, ist Vietnams Eisenbahn ein attraktives Fortbewegungsmittel um das Land zwischen Ho Chi Minh City

und Hanoi zu bereisen.

 

Die vorbeiziehende Landschaft und  die vietnamesische Alltagskultur im Inneren des Zuges, lassen die Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Die umtriebige, heiße Wirtschaftsmetropole im Süden des Landes und die kühlere, sich intellektuell darstellende Hauptstadt Vietnams im Norden, sind die jeweiligen Endstationen einer interessanten und sehr gemütlichen Reise.

 

Hat man Da Nang hinter sich gelassen und geht es den Wolkenpass empor, befindet sich der Reisende in einer Region die in den Geschichtsbüchern des Vietnamkrieges als eine der meist umkämpften Gebiete beschrieben wird. Der Pass ist Wettergrenze und Übergang in den nördlichen Landesteil.

 

Die ehemalige Kaiserstadt Hue bittet darum erkundet zu werden. Steig aus und gib dich dieser Stadt hin. Ein kurzer Blick auf die Geschichte der Stadt, ein kleiner Spaziergang durch die Zitadelle und ein

Ausflug zu den Kaisergräbern in der Umgebung.

Brücke über den Parfüm Fluss in Hue

Kaiserstadt Hue - Herrschaft von Frankreichs Gnaden

 

Die am Fluss der Wohlgerüche, auch Parfümfluss bezeichnet, liegende Stadt Hue mit ihren ungefähr zweihundertfünfzigtausend Einwohnern, wurde in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts

durch die Kolonialmacht Frankreich übernommen.

 

Unter französischer Herrschaft geriet die Stadt trotz seiner geschichtlichen Bedeutung in Vergessenheit. Allesamt waren die Kaiser von Hue Frankreichs Willen und Gnade unterworfen. Jene welche sich der Kolonialmacht nicht beugten oder ihr nicht zu Gesicht standen, wurden exiliert. Der letzte König starb Ende des 20. Jahrhunderts in Frankreich.

 

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Hue unter Ho Chi Minh und seiner patriotischen Befreiungsbewegung wieder vietnamesisch. Obwohl durch den Krieg geschwächt und nicht ahnend, dass die Zeit des Kolonialismus zu Ende geht, begannen die Franzosen mit der Rückeroberung ihrer ehemaligen Kolonie. Die Genfer Konferenz des Jahres 1954 besiegelte das geteilte Schicksal des Landes. Ab sofort sprach die Geschichte von Nord- und Südvietnam. Hue in der Mitte des schmalen Landes gelegen wurde dem Süden zugesprochen.

 

Die Zeit der Diktatur des katholischen Diem Clans hat begonnen. Unruhen, Aufstände und brutale Unterdrückung fanden ihren Höhepunkt in der Selbstverbrennung eines aus Hue stammendem Mönch. Der Krieg zwischen Nord und Süd eskalierte und im Zuge ihrer Tet-Offensive im Jahre 1968 eroberten nordvietnamesische Truppen die Stadt. Die Kämpfe gaben der Stadt den Rest. Bis heute kann man noch die Narben sehen welche der Krieg in die Stadt geschlagen hat.

Hue: In die verbotene Stadt
Hue: Weltkulturerbe Zitadelle

Die Zitadelle in Hue und die Gräber der Nguyen

 

Das Areal besteht aus drei Anlagen. Die Zitadelle, welche Weltkulturerbe ist, die Kaiserstadt und die Purpurne Stadt.

 

Die Purpurne Stadt war den Angehörigen der Kaiserfamilie vorbehalten. Außer ihnen durften in ihr nur kaiserliche Eunuchen und

die Konkubinen seiner Majestät verkehren.

 

Das Anfang des neuzehnten Jahrhunderts begonnene Bauwerk entstand über eine Gesamtlänge von über zehn Kilometer. Im Credo von Einklang und Harmonie mit der Welt. Der Zugang erfolgte über Tore und Brücken. Der vierzig Meter hohe Flaggenturm ist noch heute Wahrzeichen der imposanten Anlage.

 

Während der Kämpfe um die Stadt im Jahre 1968 war es von symbolträchtigem Gehalt, dass nordvietnamesische Truppen ihre Flagge wochenlang gegen die technische Übermacht der US-Marines und ihrer südvietnamesischen Verbündeten halten konnten.

Am Haupttor der Zitadelle befinden sich neun Kanonen welche symbolisch für die Jahreszeiten und die fünf Elemente stehen. Heute leben noch an die fünfzigtausend Menschen innerhalb der Zitadelle. Über vier Tore, eines in jede Himmelsrichtung, gelangt man weiter in die Kaiserstadt. Das bekannteste unter diesen ist das Mittagstor.

 

In den letzten Jahren wurden viele durch den Krieg zerstörte Gebäude restauriert und dem Besucher zugänglich gemacht. Sehr empfehlenswert ist die Halle der höchsten Harmonie. Die das Dach tragenden achtzig Säulen sollen die Verbindung zwischen Himmel und Erde darstellen. Wie die bronzenen an die zwei Meter hohen Urnen hinter dem Ahnentempel, sollen sie die Größe und Dauerhaftigkeit der Herrschaft der Nguyen zum Ausdruck bringen. Jene Nguyen, welche etwas außerhalb der Stadt ihre Grabmäler errichten haben lassen.

 

Imposant und wirklich empfehlenswert ist jenes von Kai Dinh. Dieser Kaiser von Hue, der Vorletzte seines Geschlechts, herrschte zwischen den Jahren 1916 und 1925. Ausgestattet mit im Vorhof postierten Steinfiguren. Zivile und militärische Honoratioren welche dem verstorbenen Herrscher das letzte Geleit erweisen.


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