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Flanierstraßen und gute Aussichten

Die Tage die ich  in Ho Chi Minh City verbracht habe, sind im Fluge vergangen. Es scheint als ob ich schon Wochen hier bin und meine Anwesenheit kein absehbares Ende sieht.

 

Mit diesem wunderbaren Gefühl saß ich hier,abe den Morgen genossen. Die Sonne zeigte sich schon von ihrer strahlenden Seite. Es wurde einer dieser heißen Tage wo sich die Hitze langsam auf die Stadt legt. Der Kaffee war getrunken, die Flasche Cola ebenso und die Veteranen-grupe ehemaliger GI’s im Café vis-a-vis begann sich langsam aber sicher in einer Fahne aus tigerbeer und Zigaretten in den Tag einzufügen.

 

Für mich stand fest, dass ich mit einem Spaziergang in Richtung Oper den Vormittag füllen wollte. In diese Richtung deswegen, weil ich den Ben Thanh Markt besuchen wollte. Dieser befand sich ganz in der Nähe meiner Unterkunft. Davor steht unübersehbar inmitten eines fast undurchdringlichen Verkehrs die Reiterstatue eines gewissen Tran Ngyuen Han. Ein General der im 13. Jahrhundert die wundere Idee hatte Tauben für die Übermittlung von Nachrichten einzusetzen.

Ben Thanh Markt

 

Wie an so vielen Straßen in Saigon herrschte ein schier unendlicher Verkehrsstrom aus allen Richtungen. Es war Vorsicht geboten wollte man die Strasse überqueren und zum Ben Thanh Markt gelangen.

 

Erbaut wurde dieser noch unter französischer Kolonialherrschaft und ist eine Art Wahrzeichen der Stadt. Mit seiner Turmuhr und den Gebäudeumrissen wirkt er von außen mehr wie ein Bahnhof denn als ein Markt. Innerhalb und außerhalb des Markgeländes gab es so gut wie alles zu kaufen.

 

Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs, Geschenke und Kitsch (südostasiatischer Kitsch ist einfach phantastisch) sowie selbstver-ständlich frische Lebensmittel jeder Art. Nicht zu vergessen die Sup-penküchen welche mich förmlich einluden Platz zu nehmen. Berufs-tätige aus der Umgebung trafen sich um ihre Mittagssuppe zu nehmen.

 

Dies war der der Ort um gute Suppe zu essen aber nicht jener um sich danach noch gemütlich zurückzulehnen und dem Treiben Beobachtung zu schenken. Die Plätze an den Küchen waren begehrt und stand jemand auf, war sein frei gewordener Stuhl gleich wieder besetzt.

Dong Khoi, Graham Greene und ein Blick auf den Fluss

 

Kurze Zeit danach stand ich wieder im Verkehr und machte mich auf dem Weg über die Le Loi in Richtung Dong Khoi.

 

Vorbei an den verschiedensten Geschäften und Straßenhändlern bis ich an der Oper angelangt war. An ihr lief die berühmte Dong Khoi vorbei. Hinunter bis an den Saigon River und dem Hotel Majestic wo Graham Greene einen beträchtlichen Teil seiner Zeit in Saigon verbrachte. Jener bekannte Autor der uns schon in Cho Lon begegnete und von dem ich mir dachte, dass er zu Leben wusste.

 

Hotel, Restaurants und Cafés säumen diese vom Verkehr gefüllte Straße die ihren heutigen Namen erst nach der Wiedervereinigung erhielt. Eine jener Straßen der Welt die Geschichte schreibt und Herrscher vorbeiziehen sehen.

 

Ob als „Avenue“ der französischen Kolonialherren oder der Verfall während der Zeit des Krieges wo sich zigtausende US-Soldaten mit Drogen und Prostitution vergnügten. Nach dem Fall der Stadt im Jahre 1975 rollten dann wahrscheinlich die Panzer der Nordvietnamesen durch. Geschichte vergeht, aber diese Straße ist noch immer prächtig und empfehlenswert für jeden Besucher Saigons.

Das Saigon Trade Center an der Ton Duc Thang mit seinem Restaurant in einem der obersten Stockwerke gibt einen wunderbaren Blick auf die Stadt und ihrem Fluss frei. Die Preise sind zwar nicht in der Kategorie wie zu ebener Erde aber es zahlt sich allemal aus.

 

Ich denke, dass eine große Stadt auch an einem Fluss liegen muss. Nicht nur aus historisch-wirtschaftlichen Gründen sondern weil er ganz einfach dazugehört. Und ich meinen Blick so über die Stadt gleiten ließ, fiel mir ein, dass heute Abend englische Premier League in den unzähligen Pubs zu sehen ist. Also schnell nach Hause (schreibe ich nach Hause?) unter die Dusche und in eine neue Schale.

 

Auf dem Weg zum Saigon Trade Center habe ich ein Lokal entdeckt welches nach außen hin einem Fass gleicht und mit seinem Angebot aus Satellitenempfang und entzückend lächelndem Personal sich in meinen abendlichen Planungen wie von selbst eingetragen hat.


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